
Die russische Justiz hat Ermittlungen wegen des Verdachts auf Völkermord durch georgische Truppen in Südossetien eingeleitet. Das Untersuchungskomitee der Staatsanwaltschaft in Moskau gehe Hinweisen nach, nach denen "Handlungen der bewaffneten georgischen Kräfte darauf abzielten, Bürger der Russischen Föderation mit ossetischer Nationalität auszulöschen", sagte Generalstaatsanwalt Igor Komissarow am Donnerstag der Nachrichtenagentur RIA-Nowosti. Um die Fakten festzuhalten, seien rund 100 Ermittler in die abtrünnige georgische Provinz geschickt worden.
Laut Komissarow erwägt Russland, einen internationalen Gerichtshof ins Leben zu rufen. Dort solle den georgischen Verantwortlichen, die im Verdacht des Völkermords stehen, der Prozess gemacht werden, sagte er. Südossetien gehört trotz seiner Abspaltung völkerrechtlich weiterhin zu Georgien, wird wirtschaftlich jedoch von Russland unterstützt. Die meisten Bewohner der Region haben russische Pässe. Der Konflikt zwischen Moskau und Tiflis um die Vormacht in Südossetien war Ende der vergangenen Woche eskaliert. Beide Seiten einigten sich nach tagelangen Kämpfen inzwischen auf einen Friedensplan.
14. August 2008 - 10.29 Uhr
© AFP Agence France-Presse GmbH 2008

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