
Im Prozess um den Tod von fünf Anhalterinnen ist der Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Aachen sprach den 52-Jährigen des fünffachen Mordes sowie der Vergewaltigung in zwei Fällen schuldig. Das Gericht stellte nach Angaben eines Gerichtssprechers zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit kann der Mann nicht bereits nach 15 Jahren vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Der frühere Versicherungsvertreter soll seine Opfer im Alter zwischen 15 und 31 Jahren zwischen 1983 und 1990 erdrosselt haben.
Die Verbrechen hatten seinerzeit als "Discomorde" und "Anhaltermorde" Schlagzeilen gemacht. Auf die Spur des Täters waren die Ermittler durch eine Speichelprobe gekommen, die er im März 2007 nach einem Schrottdiebstahl abgegeben hatte. Der genetische Fingerabdruck war identisch mit demjenigen, der nach dem Mord an einer 17-jährigen Anhalterin 1984 am Fundort der Leiche gesichert worden war. Der Angeklagte hatte die Taten im Polizeiverhör zunächst gestanden, sein Geständnis aber mit Beginn des Mordprozesses widerrufen. Die Staatsanwaltschaft forderte in ihrem Plädoyer für den zuletzt arbeitslosen Mann lebenslange Haft und die Feststellung der besonderen Schuldschwere. Die Verteidigung hatte Freispruch beantragt.
19. August 2008 - 16.35 Uhr
© AFP Agence France-Presse GmbH 2008

| Mehr Fragen lesen |