
Der in der Siemens-Affäre beschuldigte frühere Chef der arbeitgeberfreundlichen Betriebsrats-Organisation AUB, Wilhem Schelsky, hat CDU-Politiker stärker finanziell unterstützt als bisher bekannt. Für die Wahlkämpfe in den Jahren 2002 und 2005 des CDU-Bundestagsabgeordneten Ulrich Adam aus Mecklenburg-Vorpommern sollen insgesamt 131.000 Euro geflossen sein, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Nürnberg einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" bestätigte. Laut "SZ" gab Adam lediglich eine Summe von 60.000 Euro zu. Schelsky unterstützte den Abgeordneten demnach in Form von Sachspenden.
Die Staatsanwaltschaft Nürnberg bestätigte ebenfalls, dass der Greifswalder Oberbürgermeister Arthur König von dem Ex-AUB-Chef Sachspenden in Höhe von 8000 Euro bekommen haben soll. König gab laut "SZ" an, von den Spenden für seinen OB-Wahlkampf im Jahr 2001 nichts zu wissen.
Schelsky war im Februar 2007 festgenommen worden. Er soll von Siemens Millionen erhalten haben, um die IG Metall im Betriebs- und Aufsichtsrat zu schwächen. Dazu soll er die AUB als Anti-Gewerkschaftsorganisation aufgebaut haben. Der Prozess gegen ihn soll im September oder Oktober beginnen.
19. August 2008 - 15.31 Uhr
© AFP Agence France-Presse GmbH 2008

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