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Datenskandal-Informant verfügt über weitere Kundendaten - 1/2
AFP vom 15.8.2008   1912 Aufrufe    Leserwertung: 0,0 (0 User)
Rubrik: Nachrichten - Allgemein

Datenskandal-Informant verfügt über weitere Kundendaten

Adressen und Bankdaten von 1,5 Millionen Kunden

Der bislang anonyme Informant, der in der vergangenen Woche eine CD mit 17.000 Kundendaten samt Bankverbindungen an die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein geschickt hatte, verfügt offenbar noch über sehr viel mehr Kundendaten. "Das war nur ein erster Datensatz, tatsächlich habe ich die Adressen und Bankdaten von 1,5 Millionen Kunden gesichert", sagte der 36-jährige Detlef Tiegel dem "Spiegel". Tiegel, der bislang in einem Lübecker Callcenter arbeitete, gab sich damit zugleich als der Absender der ersten Daten-CD zu erkennen.




Vermittelt über eine Zeitarbeitsfirma hatte Tiegel laut "Spiegel" vor rund drei Wochen bei der Lübecker Telefon-Firma Hanseservice angefangen. Dort habe der Geschäftsführer dem Personal die offenbar illegal beschafften Daten ausgehändigt, samt einem Drehbuch, dem die Callcenter-Agenten bei ihren Anrufen zu folgen hatten: "Sie haben doch mal bei der SKL gespielt, nun haben wir für Sie ein neues Angebot", habe er danach seine Gespräche beginnen sollen, sagte Tiegel. Zu seiner Motivation, den Daten-Missbrauch ans Licht zu bringen, sagte der 36-Jährige, der dem Bericht zufolge am Mittwoch seine Kündigung eingereicht hatte: "Ich will, dass solche Machenschaften aufhören, deshalb mache ich sie jetzt öffentlich."

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar forderte unterdessen schärfere Strafen bei Datenmissbrauch. Schaar sagte dem Deutschlandradio Kultur, es seien wirksame Mittel notwendig, um den Datenschutz durchzusetzen und Missbrauch mit scharfen Sanktionen zu belegen. Er verlangte statt nur geringfügiger Bußgelder "massive Strafen in Millionenhöhe". Entscheidend sei aber auch ein Umdenken der Verbraucher. "Wir brauchen eine Datenschutzkultur und ein Bewusstsein darüber, dass Daten, die im Internet preisgegeben werden, eine andere Qualität haben als in der herkömmlichen Welt." Er kritisierte die Unkenntnis vieler Menschen über die Möglichkeiten des Dateneinkaufs.

Unterdessen berichtete das Magazin "Focus", auch einem Datenhändler im Ruhrgebiet seien vor wenigen Tagen 50.000 Adressen mit zugehörigen Telefonnummern, Geburts- und Bankverbindungsdaten angeboten worden. Die Daten stammten demnach von zwei Lotterieveranstaltern, einem Mobilfunkanbieter und einer als gemeinnützig anerkannten Spendenorganisation. Als branchenübliche Preise nannte "Focus" fünf Cent bis zu einem Euro pro Datensatz.

16. August 2008 - 17.25 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2008

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  • 1) Datenskandal-Informant verfügt über weitere Kundendaten
  • 2) Mutmaßlicher Bankdaten-Dieb stellt sich der Polizei