
Der Hauptbelastungszeuge im Korruptionsverfahren gegen den israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert will sich keinem erneuten Verhör in Israel stellen. Die Anwälte des jüdischen US-Geschäftsmanns Morris Talansky hätten ihm geraten, nicht zu dem Ende des Monats geplanten Kreuzverhör nach Israel zurückzukehren, teilte ein Sprecher des israelischen Justizministeriums am Donnerstag in Jerusalem mit. Talansky habe versichert, dass er mit der Justiz zusammenarbeiten wolle. Im Zusammenhang mit einem Verfahren gegen ihn in New York befürchte er jedoch, sich mit seinen Aussagen selbst zu belasten, führte der Sprecher aus. Talansky war Mitte Juli mehrere Tage lang von Olmerts Anwälten ins Kreuzverhör genommen worden.
Olmerts Anwälte reagierten nach einem Bericht des israelischen Militärrundfunks überrascht auf Talanskys Entscheidung. Der Geschäftsmann hatte im Mai ausgesagt, er habe Olmert während seiner Zeit als Bürgermeister und Minister über einen Zeitraum von etwa 15 Jahren mehr als 100.000 Dollar in bar zugesteckt. Olmert beteuert, dass er das Geld ausschließlich zu Wahlkampfzwecken genutzt habe. Das Korruptionsverfahren hatte Olmert stark unter Druck gesetzt. Ende Juli kündigte er schließlich für September seinen Rücktritt an.
14. August 2008 - 19.26 Uhr
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